DIE ENTSTEHUNG UND ZIELE DER HOLZHAUSENER ORTSENTWICKLUNGSGRUPPE

"Ziel ist, die bäuerliche Wohngemeinde Holzhausen auch in Zukunft lebens- und liebenswert zu erhalten".

 

 

Die Mitarbeiter der HOG beim Anlegen eines Biotopes und am Adventmarkt im Dezember 2001 für die Photovoltaik-Anlage


Vorwort


Im Bewusstsein, dass es gerade für eine kleine Gemeinde im ländlichen Raum notwendig ist, sich Gedanken über ihre Zukunft zu machen, hat der Gemeinderat beschlossen, die Aufnahme in die Ortsentwicklungsaktion des Landes Oberösterreich zu beantragen.


Erstmals wurde versucht, in zwölf Arbeitskreissitzungen, an denen insgesamt 25 GemeindebürgerInnen mitwirkten, ein Leitbild der Gemeinde Holzhausen zu erstellen.

- Es soll allen Bürgern unseres Ortes, den Menschen in den Nachbargemeinden, den Politikern von Bezirk und Land ein Bild von unserer Gemeinde geben.

- Es soll insbesondere für die Verantwortlichen der Gemeinde den Rahmen und die Richtlinie für die politische Arbeit darstellen.

- Es soll den Bürgern und öffentlichen Institutionen glaubhaft vermitteln, dass eine Gemeinde, die sich dieser Aufgabe unterzogen hat, ziemlich genau weiß, was sie will und wie sie die erarbeiteten Ziele erreichen möchte.


Mit dem vorliegenden Leitbild muss sich der Gemeinderat voll identifizieren, wobei er aufgerufen ist, die in der nächsten Zeit zu erwartenden Aktionen und Initiativen zu unterstützen, um das oberste Ziel, das sich der Gemeinderat für die nächsten Jahre gesetzt hat, zu realisieren:

Die bäuerliche Wohngemeinde Holzhausen in Zukunft lebens- und liebenswert zu erhalten.


Schließlich weisen wir darauf hin, dass die Ausarbeitung des Leitbildes von Holzhausen - im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden - fast nichts gekostet hat, weil bisher auf externe Berater verzichtet werden konnte und die Arbeitsleistungen der HOG unentgeltlich erbracht wurden.

Inzwischen sind sechs Jahre vergangen. So manches Projekt konnte bereits abgeschlossen werden. Die meisten Vorhaben stehen kurz vor der Fertigstellung oder wurden zumindest angepackt.

Dies veranlasst uns, einen Zwischenbericht zu verfassen. Dazu ein paar statistische Daten:
Seit September 1994 gab es fast monatlich eine HOG - Sitzung. Zahlreiche Arbeitsstunden wurden bei den HOG-Sitzungen aufgewendet.
Neben zahlreichen Begehungen, Besichtigungen, Teilnahmen an auswärtigen Fachvorträgen und Schulungen gab es im örtlichen Gasthaus 6 Fachvorträge mit anschließender Diskussion. Weiters wurden Hausbrunnenuntersuchungen durchgeführt. Außerdem beteiligte sich die HOG bereits drei mal aktiv an einer Ortsbildmesse (Steinbach a.d. Steyr, Eferding, Zwettl a. d. Rodl).


Wir sind stolz auf unsere bisherigen Leistungen und verweisen auf Kapitel VIII, wo wir über unseren Arbeitsfortschritt berichten.

Ziele der Ortsentwicklung


- Die Lebens-, Arbeits-, und Wohnbedingungen sollen in Holzhausen noch angenehmer als bisher gestaltet werden

- Die Funktionsfähigkeit und Wirtschaftskraft der Gemeinde soll erhalten und verbessert werden

- Es sollen optimale Voraussetzungen für das Zusammenleben in der örtlichen Gemeinde geschaffen werden

- Die Unverwechselbarkeit, die Einzigartigkeit unseres Ortes soll erhalten und gepflegt werden

Leitbild


Auf Initiative der Arbeitskreismitglieder gemeinsam mit engagierten Bürgern und Bürgerinnen und unter Mitwirkung des Gemeinderates entstand dieses Leitbild.

Wir sehen dieses Leitbild als Richtschnur für kommende Maßnahmen und beabsichtigen, dieses der breiten Bevölkerung bekannt zu machen. Dazu laden wir alle Holzhausener Bürger zur aktiven Mitarbeit herzlich ein.

Wir über uns:

Holzhausen, eine Kleingemeinde (ca. 700 Einwohner) mit dörflichem Charakter, in bäuerlicher Gegend im oberösterreichischen Zentralraum. Man kennt sich persönlich, trifft sich nach dem Kirchgang und spricht im Gasthaus, vor der Schule oder dem Kindergarten miteinander. Gemeinschaft und Nachbarschaftshilfe werden aktiv gelebt.

Das ausgeprägte Vereinsleben in unserer Gemeinde stärkt das gute Zusammenleben und trägt zur Entfaltung und Erweiterung der Gemeindekultur bei. Dazu wäre die gut ausgestattete Feuerwehr, das hohe Niveau unserer Musikkapelle und des Kirchenchores und die alle zwei Jahre stattfindende Kulturwoche zu erwähnen.

Die infrastrukturellen Einrichtungen wie Gasthaus, Bauernhöfe, Gemeindeamt, Volksschule, Kindergarten, Bank, Kirche, Pfarrhof, Sportplatz und Mehrzweckhalle sind eine wesentlicher Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung mit den nötigsten Grundnahrungsmitteln, Dienstleistungen und Freizeitangeboten.

Wir leben in einer intakten Naturlandschaft, die durch Kleinbetriebe in Landwirtschaft und Gewerbe nicht gestört wird. Die wenigen ansässigen Betriebe stellen kein erkennbares ökologisches Problem dar.

Unser ständiges Bemühen gilt dem Bewahren und Erhöhen unserer ökologischen, raumplanerischen, wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen und persönlichen Verantwortung. Wir wissen, dass sich unser Handeln und Entscheiden nicht an kurzfristigen Erfolgen orientieren soll, sondern langfristig dem Wohle unserer Bürger dient.


- Erhaltung der Naturräume

- Zukunftsweisende Bautätigkeit

- Erstellung eines Verkehrskonzeptes

- Gesunder Lebensraum für unsere Kinder

Leitsätze

- Erhaltung und Pflege von Wander- und Spazierwegen

- Erhaltung und Neupflanzung von Hecken

- Freie Bachläufe und Wasserqualität

- Biologischer und das Ortsbild prägender Hausgarten

- Einsatz Erneuerbarer Energie

- Schaffung von Wohnraum

- Renovierung diözesaner Bauten

- Verschönerung von Schuleingang und Schulgarten

- Ortsplatzgestaltung

- Häuserfassaden

- Entschärfung der Schlosserkreuzung

- Landschaftsnaher Straßenbau

- Straßenbeschilderung und einheitliche Postleitzahl

- Fun-Court und Sportheim

Nachwort des Bürgermeisters

Aus heutiger Sicht kann gesagt werden, dass die Gründung der Holzhausener Ortsentwicklungsgruppe (HOG), sowie die damit verbundene Aufnahme unserer Gemeinde in die Ortsentwicklungsaktion des Landes Oberösterreich, bereits wertvolle Früchte für Holzhausen getragen hat.
Durch intensive Zusammenarbeit der Arbeitskreise mit dem Gemeinderat und der gesamten Gemeinde entstanden das Leitbild und der Themenspeicher. Immer wieder wurden die erarbeiteten Themen mit dem Land Oberösterreich abgesprochen und den Zielen und Wünschen der Landesregierung angepasst. Hofrat Danninger und unser Projektbetreuer standen uns stets mit Rat und Hilfe beiseite. Für mich als Bürgermeister besonders erfreulich ist aber die Ausdauer der Mitarbeiter in den Arbeitskreissitzungen. Nur so ist es möglich, dass die gesetzten Ziele erreicht und verwirklicht werden konnten und können. Wichtig und wertvoll ist auch die Vorarbeit bei diversen Vorhaben durch die Ortsentwicklungsgruppe für den Gemeinderat als Entscheidungshilfe bei den Beschlüssen.
Verstärkt eingebunden wurde unsere HOG auch bei der Erstellung unseres Entwicklungskonzeptes mit dem neuen Flächen-widmungsplan. Gerade dies erleichterte die Öffentlichkeits-arbeit ganz wesentlich. Der guten und intensiven Zusammenarbeit von der Ortsentwicklungsgruppe und dem Bauausschuss ist es zu verdanken, dass Holzhausen als eine der ersten Gemeinden des Landes ein Entwicklungskonzpt hatte, worum uns sicherlich viele beneiden.
In vielen anderen Bereichen - auf die ich nicht näher eingehen möchte, da sie ohnedies im Statusbericht ausführlich behandelt werden - hat es durch die Arbeit der HOG für Holzhausen erfreuliche und positive Entwicklungen gegeben. Dem Status-bericht ist aber auch zu entnehmen, dass noch einiges vor uns liegt und verwirklicht werden soll. Um die gesetzten Ziele mittelfristig zu erreichen, bitte ich um die Ausdauer der HOG-Mitarbeiter unter der neuen Führung von Herrn Josef Buchegger, Frau Ursula Badran und Frau Bettina Oberbauer sowie um verstärkte Mitarbeit der gesamten Bevölkerung von Holzhausen. Meiner Meinung nach kann jeder, der sich in den Dienst dieser guten Sache stellt, froh sein, wenn Holzhausen durch seine Mitarbeit noch ein wenig l(i)ebenswerter in die Zukunft gehen wird. Für Holzhausen und für uns alle wollen wir diese Arbeit auf uns nehmen und hoffen, dass sie weiterhin positive Früchte bringt.


Josef Zaininger