DIE GESCHICHTE DER PFARRKIRCHE HOLZHAUSEN

Nach der Christianisierung unserer Gegend stifteten sehr viele Adelige Kirchen. Die dort tätigen Priester waren von ihren Kirchenherren abhängig. Die Beziehung des Bischofs zu diesen Priestern war sehr locker. Der Bischof hatte nicht viel zu reden, wichtig und von entscheidendem Einfluss war nur der eigene Kirchenherr. Ein flächendeckendes Pfarrnetz gab es zu dieser Zeit nicht. Durch den Investiturstreit, der Auseinandersetzung zwischen Papst und Kaiser, wurde das Laienelement in der Kirche sehr stark zurückgedrängt. Der Bischof versuchte, die verstreuten Kirchen näher an sich zu binden und eine Pfarrstruktur aufzubauen. Dies wurde durch den Erwerb der Eigenkirchen und durch den Bau neuer Kirchen durch den Bischof erreicht. So entstand vom 11. Jahrhundert an aus dem Eigenkirchensystem das Pfarrsystem. Daraus folgte ein flächendeckendes Seelsorgesystem. Bei Eigenkirchen, die der Bischof nicht erwerben konnte, erhielt er das Patronat, d.h. er konnte bei der Bestimmung des Pfarrers mitreden. Das Vituspatrozinium hatte im 14.Jahrhundert Hochkonjunktur, weil viele Reliquien des Hl.Vitus aus Italien importiert wurden. Es entstanden zahlreiche "Veits-Kirchen". Im Zuge dieser Verehrung dürfte auch eine Kirche in Holzhausen erbaut worden sein. Passauer Bistumsmatrikeln von 1429 nennen die Starhemberger als die Besitznachfolger des Adelsgeschlecht der Holzhausener. Sie waren die Gründer der Pfarre. Holzhausen ist somit eine spätmittelalterliche Adelspfarre. Die Adeligen bauten Kirchen und erreichten dann, dass der Bischof die kleinen Kirchen zu Pfarren erhob. Die Verleihungsgebühr für die Pfarre ist in den Matrikeln verzeichnet. Im Durchschnitt waren 30-40 Gulden für eine Pfarre zu bezahlen. Für Holzhausen betrug sie 8 Gulden und Holzhausen gehörte somit zu den allerärmsten Pfarren. Durch die Reformation wurde die Umgebung protestantisch. Die Rückführung zum Katholizismus durch die Gegenreform zeigte Anfangs wenig Wirkung und setzte erst nach dem Sieg Kaiser Ferdinand II ein. Protestantische Prediger müssen das Land verlassen, auch der Adel wird verpflichtet, katholisch zu werden. Der Geheimprotestantismus in Holzhausen muss sehr stark gewesen sein. Der Adel hat durch die Reformation das Patronat über Holzhausen verloren, weil er protestantisch geworden war. Aus diesem Grund hatte der Bischof von Passau das Patronat übernommen. Auch das Toleranzpatent von Kaiser Josef II duldete nur den Protestantismus, er war nicht dem Katholizismus gleichberechtigt. Es kam zur Gründung der evangelischen Kirchengemeinde in Scharten. Fast 30% der Bewohner von Holzhausen sind evangelisch. Mit der Gründung der Diözese Linz 1783/85 wurde das Bistum von Passau abgetrennt.

Zur Pfarre Holzhausen gehören 9 Ortschaften ( Holzhausen, Lehen, Kranzing, Grillparz, Niederprisching, Jebenstein, Oberprisching, Ottenham und Unterholz ) mit ca. 680 Einwohnern, davon ist ca. 1/3 evangelisch.

Innenraum der Pfarrkirche Holzhausen

historisches Portrait der Pfarrkirche Holzhausen

 

KIRCHENCHRONIK

1088
In diesem Jahr soll es schon sicher ein Gotteshaus gegeben haben. Die Kirche in Holzhausen wird als Filialkirche der Pfarre Hörsching, die für ein sehr großes Gebiet zuständig ist, geführt.

1385
Es gibt ein Gotteshaus aus Stein und den ersten urkundlich erwähnten Pfarrer.

1429
Die Starhemberger werden als Besitznachfolger des Adelsgeschlechtes der Holzhausner genannt. Sie sind die Gründer der Pfarre Holzhausen.

1475
wurde die heutige Kirche im gotischen Stil als Schlosskirche des "Geschlechts der Schütz" erbaut und ist somit das älteste Gebäude in Holzhausen.

16.Jhdt
Aus dieser Zeit stammen die beiden Grabsteine an der Ostwand des Altarraumes.

1785
Die Kirche erhält den Barockaltar einer aufgelassenen Klosterkirche aus Linz.
Das Altarbild mit den Heiligen Joachim und Anna stammt von Bartholomäus Altomonte.

1796
In diesem Jahr wird der Pfarrhof erbaut.

1847
Die 14 Bilder des Kreuzweges stammen aus diesem Jahr.

1875
Von der Karmeliterinnenkirche in Linz (das Kloster wird aufgehoben), erhält die Pfarrkirche einen Barockaltar.

1891
Durch einen Blitzschlag am 4.Mai wird der Turm vollständig vernichtet.

1896-1899
Die Kirche wird im neugotischen Stil restauriert, der Altar ist aus italienischem Carraramarmor, die Orgelempore wird aufgemauert und die Orgel eingebaut.

1923
Bei der Glockenweihe von 2 Glocken sind ca. 1000 Personen anwesend.

1917-1966
Michael Furtner ist in dieser Zeit Pfarrer von Holzhausen.
1958 erhält er das Ehrenbürgerrecht von Holzhausen anlässlich des 40 jährigen Priesterjubiläums verliehen, am 20. 6. 1965 wird sein 60 jähriges Priesterjubiläum gefeiert.

1971
Pfarrer August Krenn übernimmt die Pfarre Holzhausen.

1998
Bei der Innenrenovierung werden die früheren Malereien und die Spruchbänder um die
12 Apostelleuchter freigelegt, der Wandteppich an der Ostseite und der Spruch des
Hl. Vitus, dem die Kirche geweiht ist, werden wieder aufgemalt.
Am 4. Oktober 1998 ist mit dem Erntedankfest die feierliche Einweihung der Innenrenovierung.

2003
Pfarrer August Krenn feiert seinen 75.Geburtstag und wird zum Ehrenbürger der Gemeinde Holzhausen ernannt. Am 1. September begibt sich Pfarrer August Krenn in seinen wohlverdienten Ruhestand.

2003
Pfarrer Alois Hoffmann und Kaplan Karl Mittendorfer übernehmen die Seelsorge der Pfarre Holzhausen.

2009
Im August 2009 wird Pfarrer Alois Hoffmann verabschiedet. Sein Nachfolger ist Vitus Kriechbaumer.

2011
Pfarrer Vitus Kriechbaumer und Kaplan Kaplan Karl Mittendorfer verabschieden sich im August von den Pfarrangehörigen aus Holzhausen. Am 18. September treten Pater Yohanes Joni Herin und Pater Carlos da Silva offiziell ihren Dienst an.